Umbau und Zubau
WEISSENSEE / A

DER FREIBLICK
Der Umbau des Erdgeschosses des Haupthauses mit der dazugehörenden Erweiterung hat im Oktober 2017 gestartet und wurde innerhalb kürzester Zeit, in nur 2 Monaten Bauzeit, kurz vor Weihnachten 2017 verwirklicht.
Es sollte kein banaler Wintergarten werden.
Die Bauherren wollten – beinahe für sich – ein „Wohnzimmer“ haben, sie wünschten sich einen neuen Eingang für Ihr Biohotel. Plätze zum Lesen, zum Ausruhen. Und vor allem Räume, um in schöner Atmosphäre zu Essen, sich auszutauschen, mit Blick zum See, mit dem Gefühl, geschützt aber doch „draußen“ zu sitzen.
Die Beleuchtung spielt eine große Rolle. Ein Weniger ist Mehr als grundsätzlicher Leitgedanke hat dem Gralhof eine Lichtstimmung gegeben, die sich zum Glück kaum beschreiben lässt – dezent, subtil, überraschend.
Genauso beim Mobiliar: keine Restaurantstühle aus dem Katalog. Der Gralhof Stuhl ist aus Lärche, die Gestaltung angelehnt an den typischen Stubenstuhl. Die Tische und die Bänke – auch sie sind nur am Gralhof so zu finden.
Nicht zuletzt – der Boden – ist praktisch und pflegeleicht stets das Wichtigste? Auf rohe Lärche, geseift haben wir gesetzt. Der Boden verbindet die Bereiche miteinander, schafft Atmosphäre, bekommt Patina und wird gelegentlich von den Bauherren liebevoll gepflegt – aber ohne ein „Muss“.
Das zentrale Element Theke – ist Rezeption und Barmöbel zugleich, präsent und doch nicht auffallend. Der mattschwarze Naturstein, die schlichte Formsprache, das Raumverbindende, seine einfache und spannende Funktionalität – Understatement an seinem Platz.
DAS MAKING-OF / KONSTRUKTIVE UND STÄDTEBAULICHE ASPEKTE
Das massive Natursteinmauerwerk des 520 Jahre alten Hauses wurde für den Erweiterungsbau an drei Stellen der Außenmauer geöffnet. Hier befanden sich meist bereits Fenster, deren Parapete im Prinzip abgebrochen wurden. Der mittige Zugang zum Biohotel ist geblieben, ein neuer, heller und freundlicher Windfang erhöht die Raumqualität des Eingangsbereiches. Die Raumaufteilung ist gleich geblieben. Im Freiblick-Teil links des Haupteingangs wurde die Gaststube um einen neuen Restaurant – Raum mit großzügigem Blickbezug auf See und Umgebung erweitert. Rechts davon haben im „Gral- Wohnzimmer“ die Gäste nun mehr Platz.
Der Hof, speziell der Bereich, der sich zwischen dem Haupthaus und dem Blockhaus am Gralhof aufspannt, steigt leicht nach Norden an, macht in Richtung Wald eine kleine Kurve. Der neue Zubau reagiert in seiner Form auf diesen Verlauf, macht diese Bewegung mit. Es ordnet sich in der Höhe dem bestehenden Balkon im 1.OG unter und gräbt sich im hinteren Bereich in den Hof ein.
Von außen präsentiert sich der Zubau als glatte Konstruktion ohne sichtbare Befestigungsprofile. Stoß an Stoß fügen die Glaselemente sich aneinander. Der Zubau in Stahl und Glas wurde bewusst als Kontrast zum massiven, strukturierten Mauerwerk des Hauses eingesetzt. Dennoch führen im Innenraum die Stahlträger und -Stützen die Richtung der Holzbalken im Gastraum weiter. Die Öffnungsflügel der Fenster im Zubau sind auf der Innenseite in Lärchenholz ausgeführt, während man von außen die glatte, durchgängige Glasfläche wahrnimmt. Holz im Innenraum in Form von glatten Lärchenholzpaneelen verleihen dem Zubau aus Stahl und Glas einen warmen, wohnlichen Charakter und schaffen einen sanften Übergang, eine angenehme Zäsur zwischen dem alten Mauerwerk und der neuen Stahlkonstruktion, welche das Glas trägt.
DIE ZIMMER
In den zwei Obergeschossen wurde im Frühjahr 2018 der zweite Teil der umfassenden Sanierung gestartet.
Die Strukturen wurden bereinigt, Gänge und Allgemeinflächen teilweise neuen Funktionen zugeführt – z.B. den Zimmern zugeordnet. Behaglichkeit erreicht durch neue Fenster, Raumatmosphäre geschaffen durch neuen Lärchenboden, weiße Wand- und Deckenflächen und die Fortführung des konsequent dezenten Beleuchtungskonzeptes aus dem Erdgeschoss. Die Türen schaffen Privatsphäre und sprechen mit dem Wechselspiel der Holzmaserung eine raffiniert-schlichte Sprache.
In den Zimmern selbst, neun Stück an der Zahl – gemütliche Minimalistik. Reduktion der Oberflächenmaterialien auf Holz und rohem Stahl. Die Bäder – komplett saniert, teilweise umstrukturiert – bei Bedarf transparent!